Fairness-Versprechen auf dem Prüfstand

Samsung im Fairness-Check

Samsung Electronics GmbH
Sunny Lee

Qualitätsurteil der Fairness-Stiftung  

So hält Samsung die eigenen Fairness-Versprechen:

Beschäftigte/Partner
Beschäftigte/Partner-Karte
werden übel und unfair behandelt; menschenverachtende Behandlung, langsame Strategieänderung
Kunden/Klienten
Kunden/Klienten-Karte
Smartphone-Topmodell Galaxy 7 wegen Bränden und Brandgefahr vom Markt genommen
Wettbewerb
Wettbewerb-Karte
Kartellbildung, Korruption
Umwelt/Natur
Umwelt/Natur-Karte
Energieeffizienz schlecht, baut Atomkraftwerke und produziert Waffen
Öffentlichkeit
Öffentlichkeit-Karte
Fairness-Versprechen vage; Transparenz Fehlanzeige

Fazit der Fairness-Stiftung

Kann Samsung fair sein, wenn es Waffen und Atomkraftwerke baut, Mitarbeiter und Kinder ausbeutet und eine mangelhafte Energieeffizienz seiner Produkte in Kauf nimmt?
Samsung bleibt bei seinen Fairness-Versprechen sehr vage. Kein Wunder. Es bestätigt zwar allgemeine Fairness-Ansprüche in sozialer und ökologischer Hinsicht an ein Unternehmen und auch „fairen Wettbewerb“, aber ein klares Bekenntnis zur Fairness in Bezug auf Mitarbeiterschaft, Kundschaft, Umwelt, Natur und lauteren Wettbewerb ist das nicht.

Der Kundschaft des neuesten Smartphone Modells Galaxy Note 7 war tief verärgert, weil Geräte in Brand gerieten und selbst die Austauschgeräte nicht besser waren. Eine permanente Brandgefahr zwang Samsung, das Gerät vom Markt zu nehmen und die Produktion einzustellen. Finanzanalysten kalkulieren mit 17 Milliarden Euro Verlust und Schadenssumme für Samsung, abgesehen vom Imageverlust. Vermutlich war der Gerätetyp nicht ausreichend getestet und voreilig in Konkurrenz zu Apple auf den Markt gebracht worden mit der Hoffnung, dass schon nichts passieren werde.

Organisationen und Medien berichten über zahlreiche Missstände in der Samsung-Produktion – von Kinderarbeit über Ausbeutung und krasse Defizite beim Arbeitsschutz, über mutmaßliche gesundheitliche Schädigungen der Arbeiter (Blutkrebs u.a. 2007) bis hin zu mangelnder Energieeffizienz der Produkte. Nicht nur in Asien, auch in Brasilien. Von „sozialem Engagement für unsere Mitarbeiter“, wie Samsung formuliert, kann wirklich nicht die Rede sein. Mitbestimmung der Arbeitsnehmer wird verhindert oder unterlaufen. Das Top-Management scheint der rücksichtslosen Strategie des Unternehmensgründers und seiner Familie verpflichtet, die man ihnen nachsagt. Es hat bis November 2018 - 11 Jahre - gedauert, ehe der Konzerne ein Einsehen hatte und sich für die gesundheitliche Misshandlung seiner Arbeiter entschuldigte, Schadensersatz und Prävention ankündigte.

Samsung tritt das Recht von Mitarbeitern, sich gegenüber der überbordenden Macht des Arbeitgebers zusammenzuschließen und gewerkschaftlich zu organisieren, seit Gründung des weltweit finanziell erfolgreichen Unternehmens mit Füßen. Samsungs Unternehmensspitzte verachtet gerade die Rechte und Menschenrechte von Mitarbeitern, was aber die weltweite Kundschaft nicht davon abhält, wie irre Samsungs Produkte zu kaufen und dem Unternehmen so einen scheinbaren Blankoscheck für die Verachtung von Menschenrechten zu verschaffen. Inzwischen hat eine Gerichtsurteil die Praxis gebrandmarkt und Gefängnisstrafen gegen die Verwaltungsspritze Samsungs verhängt.

(Stand 20.12.2019)

Letzte Aktualisierung: 20.12.2019 - Die Darstellung ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Angaben übernehmen wir keine Gewähr. Fehler und Irrtümer sind nicht ausgeschlossen und werden nach Bekanntwerden schnellstmöglich korrigiert. Wir bitten um entsprechende Hinweise auf unserem Kontaktformular.

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