Fairness-Versprechen auf dem Prüfstand

adidas im Fairness-Check

adidas AG
Herbert Hainer (Vorsitzender), Glenn Bennett, Robin Stalker, Erich Stamminger

Qualitätsurteil der Fairness-Stiftung  

So hält adidas die eigenen Fairness-Versprechen:

Beschäftigte/Partner
Beschäftigte/Partner-Karte
Gefährdung der Arbeiter in Produktionsstätten / Hungerlöhne / Führungsmängel
Kunden/Klienten
Kunden/Klienten-Karte
werden nicht über Chemikalien in den Produkten informiert
Wettbewerb
Wettbewerb-Karte
keine Fairness-Versprechen
Umwelt/Natur
Umwelt/Natur-Karte
Chemikalieneinsatz in Produktionsländern / teilweise transparente Offenlegung
Öffentlichkeit
Öffentlichkeit-Karte
keine Fairness-Versprechen / teilweise Presseabwehr bei Kritik

Fazit der Fairness-Stiftung

Adidas und Sport gehören für viele zusammen. Aber agiert Adidas auch so fair, wie man es vom Sport und einem Sportsponsor erwarten kann?

Adidas äußert viele Versprechen, beispielsweise hinsichtlich sicherer und nicht gesundheitsgefährdender Arbeitsplatzbedingungen, aber auch zu angemessenen Löhnen. Bemerkenswert oft wird gleichzeitig das Ziel der Nachhaltigkeit betont. Grundsätzlich ist dies nicht hinderlich, es sei denn, man zieht die Konzerndefinition von Nachhaltigkeit hinzu. Nach Aussage von Frank Henke (Group Social & Environmental Affairs) ist Nachhaltigkeit bei Adidas „ein Faktor zur Aufrechterhaltung des langfristigen Unternehmenserfolgs. Sie dient zudem dem Schutz der Glaubwürdigkeit und Reputation des Unternehmens und ist wichtig für das Risikomanagement. Sie macht Prozesse schlanker, klüger und besser“ (Manager Magazin, 23.11.2011).
Diese Definition von Nachhaltigkeit lässt Zweifel an der Umsetzung der eigenen Versprechen aufkommen, sofern diese nicht direkt den Unternehmenserfolg und die Zufriedenheit der Aktionäre positiv beeinflussen.

Dies zeigt sich beispielsweise beim Thema Lohnversprechen, deren Umsetzung einer Quadratur des Kreises gleicht. Zwar betont Adidas den Wunsch nach lebensunterhaltsichernden Löhnen, die zusätzlich ein Ansparen ermöglichen. Gleichzeitig weist Adidas aber auch auf den wirtschaftlichen Druck, die Suche nach günstigeren Bezugsquellen bei steigendem Lohn, hin. Mit dieser Argumentation betont Adidas zwar seinen guten Willen, weist aber jegliche Verantwortung von sich. Welcher Zulieferbetrieb und welches Land geht freiwillig das Risiko ein, durch Anpassung des Lohns zugunsten der Arbeiter Adidas als Auftraggeber zu vergraulen? Fordern Arbeiter durch Streik drastisch ihre Rechte ein, entzieht Adidas der Fabrik den Auftrag, wie das jüngste Beispiel aus China zeigt.

Im Umgang mit Leiharbeitern vornehmlich aus Polen in Deutschland ist Adidas inkl. der Betriebsräte rabiat und weit entfernt von einem fairen Umgang.

Unweigerlich stellt sich der Eindruck ein, dass Adidas seine eigenen Versprechen einhält und umsetzt, wenn großer, beharrlicher Druck von Konsumenten, NGOs und Vertragspartner aufkommt und der Verlust von Aufträgen droht. Wohlgemerkt: Es handelt sich hierbei um Versprechen, die die Nachhaltigkeit des Unternehmens nicht positiv beeinflussen.

Die Fairness-Qualität von Adidas ist somit stark ausbaufähig.

(Stand 13.7.2015)

Letzte Aktualisierung: 1/7/2016 - Die Darstellung ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Angaben übernehmen wir keine Gewähr. Fehler und Irrtümer sind nicht ausgeschlossen und werden nach Bekanntwerden schnellstmöglich korrigiert. Wir bitten um entsprechende Hinweise auf unserem Kontaktformular.

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