Fairness-Versprechen auf dem Prüfstand

adidas im Fairness-Check

adidas AG
Bjørn Gulden (Vorsitzender), Harm Ohlmeyer, Michelle Robertson, Mathieu Sidokpohou

Qualitätsurteil der Fairness-Stiftung  

So hält adidas die eigenen Fairness-Versprechen:

Beschäftigte/Partner
Karte rot
Gefährdung der Arbeiter in Produktionsstätten / Hungerlöhne / Führungsmängel
Kunden/Klienten
Karte rot
Kunden wurden durch Greenwashing absichtlich getäuscht, der Kundenservice ist unterdurchschnittlich.
Wettbewerb
Karte grau
keine Fairness-Versprechen
Umwelt/Natur
Karte gelb
Es gibt Bemühungen für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft, doch es mangelt an langfristiger Umsetzung.
Öffentlichkeit
Karte rotweiss
keine Fairness-Versprechen / teilweise Presseabwehr bei Kritik

Fazit der Fairness-Stiftung

Das deutsche Traditionsunternehmen wurde 1949 in Herzogenaurach als „Adolf Dassler adidas Sportschuhfabrik“ gegründet und wuchs im Laufe seiner Unternehmensgeschichte zu einem global agierenden Konzern mit einem Jahresumsatz von über 24 Milliarden Dollar an. Die Produkte mit den drei Streifen haben in Deutschland längst Kultstatus erreicht, weshalb es sich lohnt, die Fairness-Praxis des Unternehmens näher zu beleuchten.
Als global agierendes Unternehmen ist ein guter Internetauftritt auch in den Bereichen der Fairness für adidas schon fast obligatorisch, doch wie halten diese Versprechen dem Realitätscheck stand?
Adidas verpflichtet sich für sichere und faire Arbeitsbedingungen bei Zulieferern einzusetzen, aber Recherchen von Amnesty International und dem Onlineportal femnet zeigen, dass in Zulieferwerken von adidas teils zu Hungerlöhnen gearbeitet wird. Als die Möglichkeit für adidas bestand, sich öffentlich in Form der „Pay Your Workers“-Vereinbarung für die Änderung dieser Zustände zu verpflichten, lehnte das Unternehmen ab. Ein intensives Verfolgen von Fairness-Zielen für Beschäftigte sieht anders aus.
In Bezug auf den Umgang mit seinen Kunden fällt adidas durch unterdurchschnittliche Bewertungen auf Kundenportalen auf. Wie das Landgericht Nürnberg-Fürth urteilte, hat das Unternehmen seine Kunden durch irreführende Aussagen zur Umweltfreundlichkeit von adidas getäuscht. Greenwashing ist weder den Kunden noch der Umwelt gegenüber fair. Was den Umgang mit der Natur betrifft, steht neben dem nachgewiesenen Greenwashing die Aufgabe der Partnerschaft mit der Umweltorganisation Parley for the Oceans zu Buche, mit der adidas lange eine Vorreiterrolle bezüglich der Verarbeitung von Meeresplastik innehatte. Nach unternehmenseigenen Aussagen wird sich jedoch weiter für das Einrichten einer Kreislaufwirtschaft eingesetzt, unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben allerdings nicht. Öffentlich fiel adidas vor allem durch den Vorwurf kultureller Aneignung in Form des umstrittenen Sandalen Designs auf, wofür sich der Konzern allerdings auch glaubwürdig entschuldigte.
Insgesamt fällt die Fairness-Bilanz von adidas eher negativ aus. Es liegt nun an dem Unternehmen seine eigenen Standards auch nachdrücklich zu verfolgen, denn noch ist Fairness vielmehr ein Aushängeschild als gelebte Praxis.

(Stand April 2026)

Letzte Aktualisierung: 04.05.2026 10:19:26 - Die Darstellung ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Angaben übernehmen wir keine Gewähr. Fehler und Irrtümer sind nicht ausgeschlossen und werden nach Bekanntwerden schnellstmöglich korrigiert. Wir bitten um entsprechende Hinweise auf unserem Kontaktformular.

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