BfJ - Unterlassungsklage gegen ADIDAS AG (vom 05.02.2025) (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 28.04.2026)
Das Landgericht Nürnberg-Fürth urteilte am 25.03.2025 über die Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen adidas auf Unterlassung. Adidas habe mit seiner Aussage „Bis 2050 werden wir klimaneutral sein“ irreführend und unzulässig geworben, da der Konzern nicht ausreichend dargelegt habe, wie er dieses Ziel erreichen wolle. Damit wurde adidas offiziell Greenwashing nachgewiesen, es liegt nun an dem Unternehmen seinen Versprechen auch Taten folgen zu lassen.
Femnet.de: 285 Organisationen weltweit fordern: „Pay Your Workers – Respect Labour Rights“ – FEMNET - Frauen in der Textilindustrie (vom 14.05.2025) (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 28.04.2026)
Adidas wurde im Zuge der Kampagne „Pay Your Workers-Respekt Labour Rights“ 2024 dazu aufgefordert eine verbindliche „Pay Your Workers“-Vereinbarung zu unterzeichnen. Damit hätte sich der Konzern laut der Rechercheplattform femnet verpflichtet, „Verantwortung für die Zahlung von Löhnen und Abfindungen sowie die Einhaltung von Gewerkschaftsrechten zu übernehmen“. Adidas hingegen lehnte den Vorschlag ab.
Aktuell lasse das Unternehmen Textilien in Fabriken produzieren, die den Beschäftigten nicht existenzsichernde Löhne zahlen. In der Pou-Chen-Fabrik in Myanmar beispielsweise sollen Näherrinnen für umgerechnet etwa drei Euro am Tag arbeiten. Mit einem monatlichen Verdienst von etwa 97 Euro würden die dort Beschäftigten noch nicht einmal 30% eines existenzsichernden Lohnes erhalten. (Stand 2025)
Ähnliche Vorwürfe gehen aus den Berichten "Stitched Up" und "Abandoned by Fashion" von Amnesty International hervor, adidas profitiere den Berichten zufolge von systematischen Verletzungen von Arbeits- und Menschenrechtsstandards, die in Zulieferbetrieben in Asien begangen werden würden. (https://www.amnesty.de/pressemitteilung/asien-amnesty-berichte-modekonzerne-profitieren-von-menschenrechtsverletzungen, letzter Zugriff am 28.04.2026)
Diese Berichte reihen sich ein in eine Kette von ähnlichen Vorwürfen, die auch in älteren Fairness-Checks behandelt wurden. Adidas selbst beteuert hingegen auf seiner Internetseite seine Zusammenarbeit mit Zulieferern, „um sicherzustellen, dass sie unsere hohen Standards in Bezug auf faire und sichere Arbeitsbedingungen sowie Umweltverantwortung einhalten.“ (https://www.adidas-group.com/de/nachhaltigkeit/transparenz/richtlinien, letzter Zugriff am 28.04.2026)
Gewerkschaft vs. Adidas: Lieferkettengesetz gilt für Vietnam – und Herzogenaurach | taz.de (vom 22.10.2025) (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 28.04.2026)
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) möchte laut Recherchen der taz mithilfe des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes gegen adidas vorgehen, weil dieser die Tarifbindung verlassen habe.
„Adidas rühmt sich, ein cooles, verantwortliches Markenunternehmen zu sein. Für den Umgang mit seinen Beschäftigten gilt dies offenbar nicht“, sagte der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis
Adidas weist hingegen die Vorwürfe zurück und beruft sich darauf, dass das Lieferkettengesetz keine Grundlage gäbe, „um Tarifbindung zu erzwingen“.
„Adidas stellt seit mehr als 25 Jahren mit eigenen Standards faire und sichere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten seiner Lieferkette sicher und überwacht diese auch durch externe, unabhängige Organisationen“, sagt Harm Ohlmeyer, Finanzvorstand und Arbeitsdirektor bei adidas.
Auch vom Dachverband Kritischer Aktionäre wurde adidas heftig kritisiert, dieser warf dem Unternehmen im Mai 2025 strukturelle Arbeitsschutzverletzungen vor: „Verweigerung von Abfindungen, die Zahlung von Armutslöhnen und die Unterdrückung gewerkschaftlicher Aktivitäten widersprechen fundamental dem Anspruch eines sozialverantwortlichen Unternehmens“.
Spiegel Online 29.11.2024 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 29.11.2024)
Greenwashing-Vorwurf
Deutsche Umwelthilfe reicht Klimaklage gegen Adidas ein
Bis 2050 will Adidas klimaneutral sein. So warb der Sportartikelhersteller jüngst. Die Deutsche Umwelthilfe geht nun juristisch dagegen vor, weil offenbleibe, wie das Ziel überhaupt erreicht werden soll.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat beim Landgericht Nu¨rnberg-Fu¨rth Klage gegen Adidas eingereicht. Grund sind Aussagen des Sportartikelherstellers auf seiner Website, in denen er damit warb, bis 2050 klimaneutral zu sein.
Adidas wolle sich ein »grünes« Image verleihen, kritisiert DUH-Bundesgeschäftsfu¨hrer Ju¨rgen Resch. Der DAX-Konzern nenne nur Teilschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität, aber nicht, wie das Ziel 2050 letztlich erreicht werden solle. Ziele ohne Maßnahmen seien »sinnentleert«. So erwähne Adidas zwar Umweltprogramme oder den Einsatz innovativer Materialien, erläutere diese und ihren Einfluss auf die Emissionen aber nicht ausreichend. Aus DUH-Sicht handelt es sich um »dreistes Greenwashing«. Adidas habe die Werbung nach einer Abmahnung durch die Organisation geändert, verweigere aber die geforderte Unterlassungserklärung. Daher nun die Klage.
Adidas weist die Vorwürfe zurück. Pläne und Ziele seien durch externe und unabhängige Prüfer getestet und bestätigt, Effekte bereits sichtbar. So sei die Emission je Produkt im Schnitt von 2022 bis 2023 um drei Prozent gesunken. Es gebe einen detaillierten Maßnahmenplan, die Informationen auf der Website richteten sich zudem nicht an Konsumenten.
CiR Zugriff 7.4.2021 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 07.04.2021)
Grobes Foulspiel in der Coronakrise durch Branchenriese Adidas
Damit sich die Fans von Mega-Sportereignissen wie der Fußball-EM, der WM oder den Olympischen Spielen zu ihrem Lieblings-Team bekennen können, werden Fanartikel in riesigen Mengen gefertigt. Unsichtbar bleibt dabei, wer hinter den Kulissen agiert: die Näher*innen, die in den Zulieferfabriken wahre Wunder vollbringen. Und das zu einem Lohn, der es den Sportmarken wie Puma, Nike, Adidas und Co. ermöglicht, mächtige Gewinne einzufahren.
Die Näher*innen tragen einen Löwenanteil zum Gelingen aller Spitzensportveranstaltungen bei. Denn in kürzester Zeit fertigen sie die offiziellen Fan-Trikots an, mit denen sich die Zuschauer*innen für dieses eine Ereignis schmücken. Dabei arbeiten sie ohne Halbzeitpause, dafür aber mit Verlängerung und Nachspielzeit.
Trotz ihres unermüdlichen Einsatzes werden sie jetzt in der Corona-Pandemie durch Branchenriese Adidas ins Aus geschossen. In Zuliefererfabriken El Salvadors kam es zu ausbleibenden Lohnzahlungen und Entlassungen.
In den ersten Monaten der Corona-Pandemie ist der weltweite Markt für Textilien stark eingebrochen. In vielen Ländern musste die Produktion gestoppt werden. Die Zulieferbetriebe haben Arbeiter*innen entlassen und monatelang keine oder nur stark reduzierte Löhne gezahlt.
Die Arbeiter*innen, die schon unter normalen Umständen extrem niedrige Löhne erhalten, waren auf sich allein gestellt und kaum mehr in der Lage, ihre Familien mit dem Nötigsten zu versorgen. Verschuldung und Hunger waren die Folge.
So kam es auch zu Lohnausfällen im Produktionsumfeld von Adidas. Zahlreiche Gewerkschaften in El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua fordern nun Marken wie Adidas dazu auf, eine Nachzahlung der ausgebliebenen Löhne sicherzustellen.
Die Regionale Koordinationsstelle der Gewerkschaften in Textilfabriken in Mittelamerika berichtet:
757 Näher*innen der Fabrik Varsity Pro, in der Kleidung für Adidas produziert wird, wurden entlassen, kurz nachdem die Regierung El Salvadors im März 2020 die Ausgangsbeschränkungen zum Infektionsschutz verhängt hatte. Weitere 700 Näher*innen wurden in Zwangsurlaub geschickt.
Die Fabrik Impression Apparel Group, ein Zulieferer von Adidas in El Salvador, zahlte Näher*innen während des 3-monatigen Zwangsurlaubs nur zwei sogenannte Corona-Boni in Höhe von 41,33 US-Dollar Zum Vergleich: Der Grundwarenkorb liegt bei monatlich 200 US-Dollar.
Martha Hernández, eine Näherin der Fabrik, beschreibt die schwierige Lage: „Wie sollten wir davon als Familien überleben? Wir mussten ja weiterhin unsere Lebensmittel, die Miete, das Wasser und den Strom bezahlen. Wir haben uns deshalb verschuldet.“
CIR - Adidas: Rhetorik vs. Realität (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 16.04.2015)
Die Christliche Initiative Romero (CIRI kommentiert das Thema „Adidas und existenzsichernde Löhne“ folgendermaßen:
„Es ist bedauerlich, dass ein gigantisches Unternehmen wie Adidas immer noch nicht anerkennt, dass ein existenzsichernder Lohn weit über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen müsste. Obwohl sie nach ihren Angaben die „Frage der fairen Löhne “ im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im Fair Wage Network prüfen, hat dies keinerlei praktische Verpflichtung zur Einführung fairer Löhne in den Fabriken zur Folge. Dass Adidas immer noch Daten sammelt und mehr über existenzsichernde Löhne lernen will, wird der Dringlichkeit des Problems schon lange nicht mehr gerecht.
Solange der Adidas-Konzern seine signifkante Marktmacht nicht nutzt, um effektive Verbesserungen der Lohnsituation in den Zulieferfabriken anzustoßen, bleiben Adidas’ Bemühungen hinsichtlich fairer Löhne reine CSR-Rhetorik. Die Verantwortung für Löhne, die die Grundbedürfnisse der ArbeiterInnen abdecken, darf nicht auf die Zulieferer abgewälzt werden! Zumal diese von Konzernen wie Adidas massiv unter Druck gesetzt werden, billig zu produzieren. (…)“
CIR, playfair-payfair, Interview mit Sokhan Chroeng (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 16.04.2015)
Die christliche Initiative Romero (CIR) ermöglicht in einem Blog einen Einblick in das Leben von drei Adidas-ArbeiterInnen aus Kambodscha. Hierfür wurden diese 2014 interviewt und das Interview ins Deutsche übersetzt. Nachfolgend sind die Aussagen der ArbeiterInnen zu Adidas zusammengestellt:
Sokhan Chroeng sagt:
„(…) Sechs Tage die Woche stehe ich um 5.30h auf, dusche, frühstücke und mache mich auf den Weg zur Arbeit um 7.00h in die Bowker Factory.
Ich arbeite bis um 16.00h, wenn wir nicht gerade eine enge Deadline vor uns haben. Aber wenn Überstunden anstehen, bin ich nicht vor 18.00h fertig. Mein Job ist das Schneiden der Stoffe für Tops und Hosen, meine Abteilung ist eine von vielen. (...) Die Arbeit ist sehr schwer. Ich verdiene nicht genug, um angemessen zu überleben und stehe ständig unter Druck. Auch wenn die Arbeit offiziell um 16.00h endet, machen wir oft Überstunden und obwohl die ja eigentlich optional sind, bekommst du eine ernst gemeinte Warnung, wenn du nicht kannst; und wenn du öfter als ein paar mal ablehnst, verlierst du den Job. Wenn ich krank bin, brauche ich ein Attest vom Arzt, um entschuldigt fehlen zu können und es gibt keine Garantie, dass man ein Attest bekommt. Wenn es nur für zwei Tage ausgestellt ist, dann muss man danach auf jeden Fall wieder zur Arbeit gehen, unabhängig davon, wie krank man eigentlich noch ist.
Wir haben versucht, eine Gewerkschaft zu gründen um diese Missstände zu bekämpfen, aber vier von uns haben deshalb ihren Job verloren. Meinen hab ich verloren, weil ich zu einem Streik aufgerufen habe. Wir haben gestreikt, damit uns die Regierung den Mindestlohn auf 160 US $ erhöht und obwohl 1000 Menschen sich dem Streik angeschlossen haben, wurde ich gefeuert. Wir haben hart gekämpft und sind am Ende auch wieder eingestellt worden; allerdings für neue, schwierige Arbeit. Weit von allen anderen entfernt. Wir arbeiten in der Schnittabteilung und müssen schwere Kisten mit Bügel-Ausrüstung ent- und beladen. Sie versuchen auch, unsere Arbeitszeit zu verkürzen, so dass wir am Ende nicht von unserem Verdienst leben können. Wir bekommen nicht die notwendigen Überstunden zugeteilt, die wir bräuchten, um zu überleben. Das ist die Strafe dafür, dass wir versucht haben unser Leben zu verbessern.
Zurzeit kann ich ca. 120 oder 130 US $ im Monat verdienen. Wenn ich es manchmal schaffe, viele Überstunden zu machen, komme ich vielleicht auf 170 US $. Aber mit 10 Leuten in meiner Familie brauchen wir im Haus allein für das Essen schon 500 US $. Das Leben ist teuer und ich kann praktisch nie etwas sparen. Da sind die regelmäßigen Ausgaben wie Essen, Miete, Telefon und Benzin. Aber auch Ausgaben für Feiern und Beerdigungen, die man schlecht planen kann, und die schwierig zu bezahlen sind.
(…) Die größten Herausforderungen, für die es für uns zu kämpfen gilt, sind höhere Löhne und die Einschränkung von Kurzzeitverträgen, weil die für uns eine große Unsicherheit bedeuten. (…)
Ich möchte Adidas und seinen Zulieferern sagen, sie sollen die Arbeiterinnen und Arbeiter nicht unter Druck setzen und die Arbeitsrechte nicht unterdrücken. Wir verdienen eine gerechte Behandlung und die Einhaltung der Rechte, die bei uns im Land gelten!“.
CIR, playfair-payfair, Interview mit Sarin Nhek (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 16.04.2015)
Die christliche Initiative Romero (CIR) ermöglicht in einem Blog einen Einblick in das Leben von drei Adidas-ArbeiterInnen aus Kambodscha. Hierfür wurden diese 2014 interviewt und das Interview ins Deutsche übersetzt. Nachfolgend sind die Aussagen der ArbeiterInnen zu Adidas zusammengestellt:
Sarin Nhek sagt:
„(…) Um 6.30h nehme ich den Truck zur Fabrik, in der ich jetzt seit zwei Jahren arbeite. Um 7.00h beginnt die Schicht. In der Fabrik werden Schuhe gemacht. Es ist extrem heiß dort und die chemischen Gerüche der Klebstoffe, die wir benutzen, sind so stark, dass ich es kaum beschreiben kann. Dabei arbeite ich nicht einmal in der Klebe-Abteilung – ich bin Stoffeschneiderin. Trotz meines Alters und meiner mehrjährigen Arbeitserfahrung bin ich mit einem 6-Monatsvertrag angestellt, was meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist. Im Durchschnitt, mit Überstunden und Boni, verdiene ich bei einer 6-Tage Woche 130 US$ im Monat.
Unsere Arbeit ist gefährlich – der Geruch der Klebe hat in der Vergangenheit schon Leute bewusstlos gemacht, andere haben Stromschläge bekommen. Es ist unsichere Arbeit und wir brauchen mehr Geld, um zu überleben. Um besser zu leben, bräuchte ich wenigstens 180 US$ im Monat. Ich mag die Fabrikleitung dort wo ich arbeite nicht. Sie sind unehrlich und schreien immer herum. Aber die Arbeiterinnen und Arbeiter mag ich. Ich habe vier oder fünf sehr enge Freunde bei der Arbeit und wir passen gegenseitig auf uns auf.
Zwischen 16.00h und 18.00h mache ich mich auf den Weg nach Hause. (…)
Bei der Arbeit hatten wir kürzlich einen Streik und wir schafften es, 50% der Arbeiterschaft zu aktivieren und höhere Löhne einzufordern. Aber es war sehr viel Polizei da und die anderen hatten zu viel Angst, die Fabrik zu verlassen.
Die Polizei hielt Arbeiterinnen und Arbeiter auf, schüchterte sie ein und drohte, alle Streik-Führer zu verhaften – es war wirklich aufreibend. Ich bin eine Arbeitervertreterin in der Fabrik und das Unternehmen hat versucht mich dafür zu bezahlen, dass ich diese Arbeit sein lasse, aber ich habe das Geld nicht angenommen. (…)
Ich würde gerne alle, die diesen Blog lesen, um Hilfe bitten. Unser Arbeitgeber redet immer davon, dass bald alles besser für uns wird, aber das ist nicht wahr. Es passiert nie etwas. Als Arbeitervertreterin habe ich versucht, Veränderungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter in unserer Fabrik zu erwirken, aber damit es zu Veränderungen kommt, brauchen wir auch Eure Unterstützung".
CIR, playfair-payfair, Interview mit Piseth Van (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 16.04.2015)
Die christliche Initiative Romero (CIR) ermöglicht in einem Blog einen Einblick in das Leben von drei Adidas-ArbeiterInnen aus Kambodscha. Hierfür wurden diese 2014 interviewt und das Interview ins Deutsche übersetzt. Nachfolgend sind die Aussagen der ArbeiterInnen zu Adidas zusammengestellt:
Piseth Van sagt:
„(…) Bei New Orient machen wir T-Shirts und Jacken für Adidas. Es gibt viele Abteilungen mit unterschiedlichen Arbeitsschritten wie Schneiden, Nähen, Endbearbeitung, Verpackung und Lagerung. Damit mache ich ca. 140 Euro im Monat. Um mein Einkommen aufzubessern, musste ich zusätzlich noch ein kleines Gewerbe aufziehen. Die Gewinne variieren stark, aber die laufenden Kosten sind sehr hoch. So gebe ich zum Beispiel alleine für Kommunikation im Monat ungefähr 45 Euro aus. Die Schule für meine Tochter ist auch teuer und wir müssen die Miete zusammen bekommen und genug zu essen haben. Wir Arbeiter und Arbeiterinnen haben nie genug Geld, um davon gut zu leben. (…)
Früher war die Arbeit in der Fabrik New Orient wirklich schrecklich. Es war zu heiß, wir mussten zu viele Überstunden machen, das Gebäude war alt und völlig unsicher. Es gab fortwährend Arbeitsrechtsverletzungen, aber seit Adidas hier produzieren lässt, kam es zu einigen Verbesserungen. Als ich mit der Gewerkschaftsarbeit begann, wollte der Fabrikbesitzer mich bestechen und man bot mir mehrere Tausend Dollar an, aber ich lehnte ab. Manchmal kommt so etwas immer noch vor und wir müssen hart dafür kämpfen, dass die Arbeitsbedingungen den Gesetzen entsprechen. Aber jetzt kommen wir häufiger zu guten Lösungen. Allerdings nicht, was die Löhne betrifft. (…)
Ich würde den Menschen, die diesen blog lesen, gerne sagen, dass wir seit Adidas hier ist, einige Verbesserungen gesehen haben. Das ist gut, aber sie müssen maßgeblich dafür Sorge tragen, dass ihre Arbeitskräfte einen Lohn bekommen, von dem sie überleben können.
Zurzeit liegt der Lohn bei gerade einmal bei 100 US $ im Monat. Adidas muss Verantwortung übernehmen, wenigstens für die Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihre Produkte herstellen. Und ich weiß, dass sie das können. Sie können den Lohn in ihrer Lieferkette erhöhen, bis auf 130, 140, 160 US $ im Monat. Sie haben diese Möglichkeit. Im Gegenzug würden die Arbeiterinnen und Arbeiter es mit ihrer Treue danken. Sie würden daran mitarbeiten, Adidas und das Unternehmen noch erfolgreicher zu machen, mit voller Kraft produktiv zu arbeiten. Ich glaube, dass Adidas die Industrie verändern kann. Sie können allen Unternehmen hier ein Beispiel sein, sogar den kleinen Firmen und Investoren. Unternehmen, Menschen und Arbeiterinnen und Arbeiter würden es nachahmen”.
Greenpeace - Detox Catwalk - adidas (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 19.03.2015)
Greenpeace veröffentlicht auf seiner Homepage den aktuellen Stand seiner Detox-Kampagne zu:
„Adidas Group
ADIDAS IST IN DIE GRUPPE DER DETOX-TRENDSETTER ZURÜCKGEKEHRT
Adidas ist wieder im Rennen als einer der Detox-Trendsetter. Zwei Jahre nachdem es sich als eines der ersten Unternehmen der Detox-Kampagne angeschlossen hatte, versäumte Adidas die Erfüllung seiner Verpflichtungen. Bis weltweiter Druck von der Detox-Bewegung das Unternehmen im Juni 2014 wieder in die Spur brachte.
Adidas ist seiner Verpflichtung nachgekommen und hat dafür gesorgt, dass 99 % der Nassprozesse in chinesischen Betrieben seiner Lieferkette ihre Daten über die anerkannte Plattform des Institute of Public & Environmental Affairs (1) veröffentlichen. Das Unternehmen veröffentlicht außerdem eine Liste seiner Zulieferer und ermuntert die Betriebe, ihre jeweiligen Kunden in den Berichten anzugeben.
Der rapide Fortschritt von Adidas bei der Transparenz ist besonders ermutigend. Dies muss beibehalten werden, damit Lieferkettenbetriebe über China hinaus ihre vollständigen Daten über die Freisetzung von gefährlichen Chemikalien veröffentlichen . Wenn Adidas seinen guten Lauf fortsetzt, wird das Unternehmen seinen Podiumsplatz als einer der Detox-Trendsetter weiter festigen.
(…)
1. Das chinesische Institute of Public & Environmental Affairs (IPE) – IPE ist eine chinesische NGO, die sich der Offenlegung von Umweltdaten widmet, eine anerkannte globale Plattform für die Offenlegung von freigesetzten Chemikalien.(…)“.
hrw.org, 12.3.2015 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 13.03.2015)
In einem aktuellen Bericht „Work Faster or Get Out“ hat die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW) die Arbeitsbedingungen in der kambodschanischen Textilindustrie untersucht.
Laut Angaben des kambodschanischen Ministeriums für Industrie und Handwerk arbeiten hier über 700.000 Arbeitnehmer, davon 90% Frauen, in 1.200 Betrieben.
„(…) Die vorwiegend weiblichen Arbeitnehmer werden häufig Opfer von Menschenrechtsverletzungen wie erzwungenen Überstunden, Diskriminierung wegen Schwangerschaft oder gewerkschaftsfeindlichen Maßnahmen. Weder die Regierung noch die großen Markenhersteller sind bisher angemessen gegen diese Missstände vorgegangen. (…)
Die Recherchen von Human Rights Watch ergaben, dass viele Fabriken wiederholt gesetzeswidrige Kurzzeitverträge abschlossen, um ihren Arbeitnehmerinnen kein Mutterschaftsgeld oder andere Leistungen auszahlen zu müssen und sie gleichzeitig zu kontrollieren und einzuschüchtern. Kleinere Fabriken, die als Subunternehmer für größere exportorientiere Werke fungieren, neigen dazu, Arbeiter informell zu beschäftigen. Dies erschwert es den Beschäftigten, ihre Rechte einzufordern, da ihnen jederzeit eine Kündigung droht. Die Markenhersteller haben keine angemessenen Maßnahmen ergriffen, um der Praxis der illegalen Kurzzeitverträge in ihren Zulieferbetrieben ein Ende zu setzen, selbst wenn ihr Verhaltenskodex für Zulieferer die Verwendung derartiger Verträge einschränkt. (…)
Viele Arbeiter sagten gegenüber Human Rights Watch, die Fabrikmanager setzten sie unter Druck, damit sie die Produktionsziele erreichten. Dies beschneide ihre Möglichkeiten, Pausen zu machen, ein WC zu benutzen, Wasser zu trinken oder zu Mittag zu essen. In einigen Fällen wurden diese Druckmittel nach den Anhebungen des Mindestlohns 2013 und 2014 noch verstärkt. (…)
Better Factories Cambodia (BFC) ist eine unabhängiges Monitoring-Organ, das mit der Kontrolle aller Fabriken mit Exportlizenz beauftragt ist und für jede Fabrik einen eigenen Prüfbericht anfertigt. Die Recherchen von Human Rights Watch ergaben jedoch, dass einige kleinere, als Subunternehmer fungierende Fabriken ohne Exportlizenz von den Inspektionen ausgenommen sind und dennoch indirekt über größere Fabriken an die großen Textilmarken liefern. Diese kleineren Fabriken sind es, in denen einige der schlimmsten Missstände fortbestehen. Im Jahr 2014 eröffnete BFC eine Transparenzdatenbank und benannte zehn Fabriken mit einer besonders mangelhaften Einhaltung des Arbeitsrechts. (…)
Unter den sechs Marken, mit den Human Rights Watch Kontakt hatte, informierten Adidas, Gap und H&M seriös über ihre Bemühungen, die festgestellten Probleme zu beheben. Adidas und H&M veröffentlichen zudem die Namen ihrer Zulieferer und bringen diese Listen regelmäßig auf den neuesten Stand. (…) Nur Adidas hatte ein Verfahren eingerichtet, über welches Arbeitnehmer Informantenschutz erhalten können. (…)“.
Frankfurter Rundschau, 26./27.April 2014 (Zugriff: 05.09.2014)
„(…) Der Streik beim südchinesischen Adidas-Zulieferer Yue Yuen geht nach fast zwei Wochen zu Ende. (…) In der Zentrale des Sportartikel-Herstellers Herzogenaurach löste die Nachricht Erleichterung aus. „Wir freuen uns mitteilen zu können, dass der Teil der Produktion, der unser Unternehmen betrifft, wieder läuft“, sagt eine Adidas-Sprecherin. (…)
Nach Darstellung von Adidas habe man sich in den vergangenen Tagen in Gesprächen mit der Unternehmensleitung und der zuständigen Bezirksregierung um eine Lösung bemüht – und eine solche auch gefunden. (…) Die Geschäftsbeziehung zu Yue Yuen stünde nicht zur Disposition. Es werde aber bei dem angekündigten Abzug künftiger Lieferverträge bleiben. Es handele sich dabei um ein „völlig normales Umschichten der Produktion unter unseren mehr als 1000 Zulieferern“. (…)
Von Normalität kann nach Ansicht des DGB-Vorsitzenden Michael Sommer (…) keine Rede sein. „Dass Adidas den aktuellen Auftrag gestoppt hat, ist eine Entscheidung, die rein am Profit orientiert ist“, sagte Sommer der FR. (…) Wenn es um die Erfüllung sozialer Mindeststandards und guter Arbeitsbedingungen gehe, seien die Firmen vor Ort, aber ebenso hiesige Konzerne in der Pflicht. (…)
Auch Berndt Hinzmann, China-Experte des Inkota-Netzwerks (…) übt Kritik am Vorgehen der Herzogenauracher: „Letztlich zieht sich Adidas, sowie es kritisch wird, aus der Verantwortung.“ Man drücke die Zulieferer-Preise so weit es gehe und sei somit für die niedrigen Löhne und schlechten Arbeitsbedingungen mitverantwortlich. Auf Streiks reagiere das Unternehmen dann flugs mit Rückzug.
Genau dies sei aus Sicht der Beschäftigten grundfalsch, urteilt Frauke Banse von der Kampagne für Saubere Kleidung: „Unsere Grundforderung an die Unternehmen lautet, niemals einfach die Geschäftsbedingungen zu Zulieferern kappen, wenn dort für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt wird.“ Denn ein Rückzug sei ein Signal an die Mitarbeiter, dass mutiges Eintreten für ihre Grundrechte mit der Kündigung von Aufträgen quittiert werde. Zudem verlöre der Auftraggeber jede Möglichkeit die Arbeitsbedingungen beim Zulieferer positiv zu beeinflussen.
Adidas betont demgegenüber, dass ein Rückzug gar nicht geplant sei. (…) Adidas lege großen Wert auf das Einhalten von Arbeitsstandards in den Zulieferfirmen und überwache diese auch „ständig“. Dass die Kontrolle im Falle von Yue Yuen ganz so strikt nicht gewesen sei kann, bleibt unkommentiert. (…)“.
taz.de, 8.5.2014 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 13.06.2014)
„Gewerkschafterin Estela Ramirez über die miesen Arbeitsbedingungen des Sportartikelherstellers, dessen Ausreden und Zweitjobs der Näherinnen.
taz: Frau Ramirez, als Gewerkschafterin vertreten Sie Arbeiterinnen und Arbeiter in El Salvador, die für Adidas Sportbekleidung nähen. An diesem Donnerstag nehmen Sie an der Hauptversammlung des Konzerns in Fürth teil. Was wollen Sie den Adidas-Aktionären sagen?
Estela Ramirez: Der Konzern soll seine Zulieferfabriken verpflichten, den Arbeitern und Arbeiterinnen Löhne zu zahlen, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Außerdem fordern wir, dass Gewerkschaften wie unsere ungehindert über die Löhne und Arbeitsbedingungen verhandeln können.
taz: Sind Näherinnen in El Salvador, die Sporttrikots für Adidas fertigen, in der Lage, mit ihren Löhnen ein normales Leben zu finanzieren?
E.R.: Keinesfalls. Der Mindestlohn liegt gegenwärtig bei 202 US-Dollar (146 Euro) pro Monat. Davon abgezogen werden noch Abgaben für die Sozialversicherung. Hinzu kommen aber manchmal Bonuszahlungen.
taz: In seinem Sozialstandard verspricht der Adidas-Konzern, dass alle Beschäftigten in seinen Zulieferfabriken eine Bezahlung erhalten, die nicht nur für Essen und Wohnung reicht, sondern beispielsweise auch dafür, etwas Geld zu sparen. Hält der Konzern dieses Versprechen ein?
E.R.: Nein, eine vierköpfige Familie braucht in El Salvador rund 600 Dollar (400 Euro), um ihre Grundbedürfnisse zu decken und etwa die Kinder zur Schule zu schicken. Selbst wenn beide Eltern für Adidas arbeiten, haben sie keine Chance, ein solches Einkommen zu erreichen.
taz: Wie kommen sie dann über die Runden?
E.R.: Die Arbeiterinnen und Arbeiter machen zusätzliche Jobs. Frauen verkaufen Tortillas oder selbst gebackenes Brot auf der Straße. Manche prostituieren sich. Die Männer arbeiten am Wochenende auf dem Bau, beladen Lastwagen oder bieten Getränke bei Sportveranstaltungen an.
taz: Ist der Vorstand von Adidas bereit, mit Gewerkschaftern wie Ihnen über Lohnerhöhungen zu verhandeln?
E.R.: Bis jetzt nicht. Der Konzern argumentiert, verantwortlich seien die Besitzer der Zulieferfabriken. Diese weigern sich allerdings oft, über höhere Löhne zu sprechen. Wir verlangen deshalb direkte Verhandlungen mit Adidas. Der Konzern ist verantwortlich für die Bedingungen in den Zulieferfabriken, weil er ihnen die Aufträge gibt.
taz: Wie wollen Sie das Unternehmen zum Einlenken bewegen?
E.R.: Mein Auftritt bei der Hauptversammlung ist ein Teil unserer Aktivitäten. Gewerkschaften, die Adidas-Beschäftigte unter anderem in Bangladesch, Honduras, Kambodscha, auf den Philippinen und in der Türkei vertreten, haben sich zusammengeschlossen. Die Probleme sind überall ähnlich. Mit gemeinsamem Vorgehen wollen wir den Druck auf das Unternehmen erhöhen.
taz: Hat sich das Verhalten des Unternehmens in den vergangenen Jahren zum Positiven verändert?
E.R.: Nein. Wenn Gewerkschaften versuchen, in einer Fabrik höhere Löhne durchzusetzen, droht Adidas, die Aufträge zu anderen Firmen zu verlagern.
taz: Sie haben selbst früher für Adidas gearbeitet und versucht, bessere Bedingungen durchzusetzen. Wie hat der Konzern damals reagiert?
E.R.: Die Fabrik Hermosa in El Salvador wurde geschlossen.
taz: Was können Verbraucher in Deutschland tun, um Sie zu unterstützen?
E.R.: Sie sollten Adidas wissen lassen, dass sie die Forderung nach höheren Löhnen mittragen. Ein Mittel dafür sind die Protestmails der Kampagne für Saubere Kleidung“.
greenpeace.de, 11.6.2014 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 11.06.2014)
„Adidas reagiert auf die Detox-Kampagne von Greenpeace und legt einen glaubwürdigen Fahrplan zur Entgiftung der Produktion vor
(…) Das Versprechen, bis 2020 giftfrei produzieren zu wollen, gab es von Adidas schon vor drei Jahren. Konkrete Taten und glaubwürdige Schritte blieben bislang aber aus. Anfang Mai hatte ein neuer Greenpeace-Report eine ganze Reihe von Schadstoffen in den neuen WM-Kollektionen von Adidas, Nike und Puma nachgewiesen. Aus diesem Grund protestierten Ende Mai Greenpeace-Aktivisten in mehr als 30 Städten in Deutschland, Asien und Lateinamerika vor Adidas-Geschäften. Mit einer virtuellen La-Ola-Welle forderten zudem Konsumenten weltweit von Adidas, fair zu spielen und giftfrei zu produzieren.
Nach erneuten Verhandlungen legt der Konzern jetzt einen konkreten Fahrplan vor, wie schrittweise entgiftet werden soll. Adidas sichert darin zu, dass bereits jetzt 90 Prozent aller Produkte weltweit frei von den besonders gefährlichen per- und polyfluorierten Chemikalien sind. Bis Ende 2017 soll die Anzahl der PFC-freien Produkte auf 99 Prozent steigen und bis 2020 sollen alle Produkte sauber sein. (…)
„Der Druck hat gewirkt - rechtzeitig zur WM macht Adidas entscheidende Schritte nach vorn und übernimmt eine Führungsrolle in der Sportartikelbranche“, sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace.
Auch auf die Forderung nach vollständiger Transparenz der Produktionsbedingungen bis 2020 hat Adidas mit ehrgeizigen neuen Zwischenzielen reagiert. Damit die betroffenen Menschen erfahren können, aus welchen Fabriken welche Schadstoffe in die Gewässer gelangen, wird Adidas bis Ende 2014 die Abwasserdaten von 99 Prozent aller Lieferanten in China veröffentlichen. Bis Mitte 2016 sind es 80 Prozent aller Abwasserdaten des Konzerns weltweit.
(…) Zudem verpflichtet sich der Konzern, ab dem 1. Januar 2018 die restlichen PFC-haltigen Produkte auf der eigenen Website zu veröffentlichen. „Der jüngste Ausstiegsplan ist ein klares Signal: Globale Firmen wie Adidas haben die Macht und die Verantwortung, gefährliche Gifte aus der Produktion zu kicken“, so Santen. „Jetzt ist es Zeit für Nike und Puma, nachzuziehen.““.
CleanClothes.at, 2011 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 05.06.2014)
"Das Angebot von adidas, seinen indonesischen ArbeiterInnen, denen es über eine Million Euro schuldet, mit einem Lebensmittelgutschein abzuspeisen, wird von GewerkschaftsvertreterInnen und ArbeitsrechtsaktivistInnen als „absolute Beleidigung“ bezeichnet. Die ArbeiterInnen, welche bei der vormaligen adidas-Zulieferfirma PT-Kizone angestellt waren, kämpfen seit über einem Jahr dafür, dass adidas ihnen die ausstehende Summe von 1,4 Mio. Euro an Abfindungen auszahlt. Das Angebot von adidas: ein Lebensmittelgutschein im Wert von 43 Euro. (...)".
Inkota, 29.4.2013 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 05.06.2014)
"Sieg über Adidas: Indonesische GewerkschafterInnen erringen wegweisenden Erfolg
(…) [Die] ArbeiterInnen des ehemaligen Adidas-Zulieferbetriebes PT Kizone [konnten] in Indonesien einen wegweisenden Erfolg im Kampf gegen den Sportartikelriesen erringen: Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte musste Adidas dem Druck der GewerkschafterInnen und AktivistInnen nachgeben, die hartnäckig für die Auszahlung von 1,8 Millionen US-Dollar Abfindung an die 2.800 ArbeiterInnen der illegal geschlossenen Fabrik gekämpft haben. Die Kampagne für Saubere Kleidung hat mit öffentlichen Aktionen und Online-Protest maßgeblich zum Erfolg der Auseinandersetzung beigetragen.
„Zwei Jahre lang hatte sich der Konzern geweigert, die Abfindungen auszuzahlen und damit gegen indonesisches Recht, internationale Arbeitsstandards und den eigenen Verhaltenskodex verstoßen”, sagt Axel Schröder, INKOTA-Vorstandsmitglied. „Umso mehr freuen wir uns, dass Adidas in diesem Fall endlich das Richtige getan hat”.
Auch wenn die genauen Vereinbarungen des Abkommens bisher nicht öffentlich bekannt sind, ist sicher, dass den ArbeiterInnen von PT Kizone eine beträchtliche Summe zugesagt wurde. Die Gewerkschaft DPC SPSI TSK und das PT Kizone Workers Coordinating Committee werden die genauen Auszahlungsmodalitäten weiter mit Adidas aushandeln.
„Dieser Fall ist ein Meilenstein im Kampf für die Rechte von Beschäftigten in Zulieferbetrieben der Sportartikelindustrie”, so Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero. „Dies wäre ohne die internationale Solidarität mit den ArbeiterInnen in Indonesien nicht möglich gewesen. Er zeigt aber auch, dass Adidas nur unter Druck bereit ist, Arbeitsrechte zu achten.”
Der Fall hatte vor allem in den USA für Aufsehen sorgt: Die United Students Against Sweatshops (USAS) hatten mit hartnäckigem Protest an zahlreichen Universitäten im ganzen Land dafür gesorgt, dass 17 Universitäten bestehende Lizenzverträge mit Adidas gekündigt hatten. Auch in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden solidarisierten sich AktivistInnen mit den Beschäftigten von PT Kizone. So unterstützten 2012 mehr als 50.000 Menschen die Forderungen der Kampagne nach gesetzlichen Abfindungszahlungen mit ihrer Unterschrift und beteiligten sich an einer internationalen Aktionswoche bei Facebook.
„Wir sind stolz, Teil eines solchen Abkommens zu sein, aber am allermeisten sind wir erleichtert darüber, dass unsere Familien endlich das Geld bekommen, welches sie so dringend benötigen”, sagt Aslam Hidayat, ehemaliger Arbeiter bei PT Kizone und Koordinator des PT Kizone Workers Coordinating Committee. (…)“.
Inkota, 8.5.2012 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 05.06.2014)
"adidas hat bis November 2010 in dem indonesischen Zulieferbetrieb PT Kizone (Indonesien) produzieren lassen. Im April 2011 wurde das Werk überraschend geschlossen und 2800 ArbeiterInnen arbeitslos. Die ihnen sowohl nach indonesischem Recht, internationalen Arbeitsstandards und dem adidas Verhaltenskodex zustehenden Abfindungszahlungen, haben sie allerdings bis heute nicht erhalten. Adidas weigert sich trotz Rekordgewinnen, die ausstehende Summe von 1,8 Millionen US-$ zu zahlen.
Im Juli 2011 haben andere Käufer der Fabrik angekündigt, dass sie 1,6 Millionen US-$, also knapp die Hälfte der den ArbeiterInnen zustehenden 3,4 Millionen US-$, für einen Entschädigungsfonds aufbringen werden. adidas weigert sich, seinen Teil der Abfindungszahlungen zu leisten. Dies bedeutet, dass die ehemaligen ArbeiterInnen sich verschulden müssen, um überleben und ihre Kinder weiterhin zur Schule schicken zu können.
adidas behauptet, diesen ArbeiterInnen gegenüber nicht verantwortlich zu sein, da das letzte Produkt im November 2010 - also vor der Schließung der Fabrik - von adidas abgenommen wurde. Aber das Anrecht auf Abfindungszahlungen wird über den gesamten Beschäftigungszeitraum erworben. Deshalb steht es den ArbeiterInnen zu, diese Gelder zu erhalten, da sie jahrelang auch für adidas produziert haben.
adidas sagt ebenfalls, dass es für Gesetzesverstöße seiner Zulieferer keine Verantwortung trägt. Aber adidas ist dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass alle lokalen Gesetze, internationalen Übereinkünfte und ihre eigenen Unternehmenskodizes eingehalten werden.
Ende 2011 verzeichnete adidas einen 18 %igen Gewinnzuwachs. Außerdem konnte adidas mehr als 143 Millionen Euro aufbringen, um zum Hauptsponsoren der diesjährigen Olympischen Spiele zu werden. Wenn es darum geht, bekannte Persönlichkeiten dazu zu bringen, ihre Kleidung zu tragen, hat adidas keine Probleme das Geld zusammenzubringen. Geht es aber um diejenigen am anderen Ende der Kette, steht kein Geld zur Verfügung. (...)".
greenpeace.de, 31.8.2011 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 04.06.2014)
„GREENPEACE: AUCH ADIDAS WILL ENTGIFTEN
Adidas will Textilien mit weniger Schadstoffen herstellen. Die Selbstverpflichtung des größten deutschen Sportartikelherstellers folgt sieben Wochen nach dem Start einer weltweiten Greenpeace-Kampagne gegen gefährliche Chemikalien in der Textilindustrie.
Für einen Verzicht auf hormonell wirksame oder krebserregende Chemikalien in der Textilherstellung haben sich bereits die Adidas-Konkurrenten Nike und Puma ausgesprochen. (…)
Greenpeace hat die drei größten Sportmarken in ein Rennen um die umweltfreundlichste Produktion geschickt, sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. Nun haben wir drei Champions. Die Unternehmen haben sich bereit erklärt, giftige Chemikalien auszulisten. Dies ist eine gute Nachricht für die Menschen in China und anderen asiatischen Ländern, deren Flüsse ihre Lebensadern sind.
Adidas hat sich am Dienstag verpflichtet, hormonell wirksame Chemikalien wie Nonylphenolethoxylate (NPE) bis zum Jahr 2020 komplett aus dem Produktionsprozess zu entfernen. Greenpeace hatte NPE sowohl in Abwasser von Fabriken in China, die für Adidas produzieren, als auch in fertigen Adidas-Textilien nachgewiesen. Aus NPE entsteht das für Wasserorganismen extrem giftige Nonylphenol, dessen Einsatz in Europa nicht erlaubt ist. Die Verpflichtung bezieht sich aber nicht nur auf NPE, sondern auf alle gefährlichen Chemikalien. Weiterhin hat sich Adidas einverstanden erklärt, Daten über den Einsatz gefährlicher Chemikalien zu veröffentlichen. Wie Puma und Nike will auch Adidas in den kommenden Wochen einen konkreten Aktionsplan vorlegen. (…)“.
Greenpeace Detox Catwalk, 2013 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 04.06.2014)
„ADIDAS GROUP
LEERE VERSPRECHUNGEN: ADIDAS ENTPUPPT SICH ALS DETOX-FLOP.
Nur zwei Jahre, nachdem das Unternehmen als Detox-Pionier durch die Zielgerade lief, hat adidas einiges an Glaubwürdigkeit verloren: Bisher hat der Sportartikelhersteller auf seine Entgiftungsversprechen wenig Taten folgen lassen. Noch steht aus, dass das Unternehmen die gefährlichsten Schadstoffe zeitnah und komplett aus seiner Lieferkette verbannt. Auch zum Vorsorge-Prinzip, dass es keine ökologisch vertretbaren Mengen für gefährliche Chemikalien gibt, hat adidas sich nicht eindeutig geäußert. Während die Trendsetter der Branche ihren Weg in eine giftfreie Zukunft unbeirrt weitergehen, scheint adidas seine individuelle Verantwortung noch nicht ernsthaft wahrnehmen zu wollen.
Adidas betrachtet sich selbst immer noch als Detox-Held. Das Unternehmen versteckt sich hinter den leeren Versprechen der „Zero Discharge of Hazardous Chemicals Group“ (ZDHC) und inszeniert sich als modischen Trendsetter. Aber durch das nachlassende Engagement ist adidas indes vom Helden zum Hemmnis des Detox-Prozesses geworden. Die ZDHC-Mitgliedschaft dient eher als Alibi, um adidas von konkreten, individuellen Schritten zur Entgiftung seiner weltweiten Lieferkette zu entbinden. Nach wie vor fehlt es an Transparenz in der weltweiten Lieferkette.
Höchste Zeit, dass adidas sich mit allen Konsequenzen zu Detox bekennt. Es sollte dem Vorbild der Branchen-Trendsetter folgen, um unsere Mode nachhaltig zu entgiften. (...)“.
greenpeace.de, 8.5.2014 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 04.06.2014)
„“Keep the Game Beautiful" lautet ein Werbeslogan des Textilherstellers Adidas, Hauptsponsor der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Würde er sich nur selber daran halten. Das Unternehmen setzt immer noch gefährliche Chemikalien in der Textilproduktion ein und gefährdet damit Trinkwasser und Gesundheit der Menschen in den Produktionsländern. Greenpeace-Aktivisten fordern deshalb anlässlich der Jahreshauptversammlung des Konzerns in Fürth, den Worten von 2011 Taten folgen zu lassen.
Im Jahr 2011 startete Greenpeace die Detox-Kampagne, eine Aufforderung an die Textilbranche, ihre Produktion zu entgiften. In der Folge verpflichteten sich 20 Textilhersteller und -händler, darunter Adidas, schrittweise aus der Nutzung von schädlichen Chemikalien auszusteigen. Bis 2020 sollen gefährliche Stoffe wie per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC), Weichmacher oder Nonylphenole aus der Herstellung verschwinden. (…)
(…) Adidas [versteckt sich] hinter den Versprechen des Branchenverbands "Zero Discharge of Hazardous Chemicals Group" (ZDHC).
"Wir sehen nur allgemeine Nachhaltigkeitsberichte von Adidas. Alle unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade Adidas in Sachen gefährliche PFC weitermacht wie bisher", sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. Die Firma gibt nicht bekannt, welche Chemikalien sie an welchen Produktionsstandorten in Asien einsetzt. Ausstiegsdaten für alle PFC und andere Stoffe stehen immer noch nicht fest. (…)“.
greenpeace.de, 21.5.2014 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 04.06.2014)
"Mit einem riesigen roten Banner protestieren Greenpeace-Aktivisten an einer indonesischen Textilfabrik und zeigen Adidas die rote Karte für Foulspiel an der Umwelt.
Mit der Protestaktion fordern die Aktivisten Adidas auf, endlich fair zu spielen und giftfrei zu produzieren. (…)
Denn die mit Chemikalien verseuchten Abwässer werden von den Textilfabriken häufig unzureichend gereinigt in die umliegenden Gewässer geleitet. Der indonesische Citarum Fluss zum Beispiel (…) gehört auch zu den dreckigsten Flüssen der ganzen Welt. Auch in China sind viele der Flüsse mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien verunreinigt.
Manfred Santen, Chemieexperte bei Greenpeace, fordert daher: „Adidas muss die Öffentlichkeit über die Chemikalien in seinen Produkten, die von Fußballspielern auf der ganzen Welt gekauft und getragen werden, aufklären. Es ist Zeit für das Unternehmen, Transparenz zu zeigen und die Daten der chemischen Abwässer offenzulegen.“
Obwohl Adidas zugesichert hat, die Textilproduktion bis 2020 zu entgiften, zeigt der neue Greenpeace-Report etwas anderes: Die Fußballschuhe und Torwarthandschuhe der aktuellen WM-Kollektion des Sportherstellers enthält eine ganze Reihe gefährlicher Chemikalien, das zeigt der neue Greenpeace-Report. Während Adidas durch die Kollektion Rekordumsätze von zwei Milliarden Euro erwartet, werden den Fans giftig produzierte Produkte untergejubelt.
Siebzehn von einundzwanzig getesteten Fußballschuhe enthielten perfluorierte Chemikalien (PFC). Gefährliche Stoffe, die es in sich haben – sie sind langlebig und bauen sich in der Umwelt kaum ab. Einige der Stoffe stören das Hormonsystem, schädigen die Fruchtbarkeit oder können sogar das Tumorwachstum fördern. Der Adidas Schuh „Predator“ lag sogar vierzehnfach über dem firmeneigenen Grenzwert.
Das Ausmaß des Chemieeinsatzes wird in den Produktionsländern deutlich. Für den Verbraucher ist das Tragen der Kleidungsstücke nicht unmittelbar gesundheitsschädlich – für die Produktion der Textilien gilt dies sicherlich nicht uneingeschränkt. Im Produktionsprozess können die gefährlichen Stoffe in die Umwelt und Nahrungskette gelangen. Mancherorts färben giftige Abwässer umliegende Bäche und Flüsse je nach Mode blau oder pink.
Adidas muss an sein Wort erinnert werden und den Versprechen Taten folgen lassen. Nicht nur im Fußball gilt es fair zu spielen. Auch die Sporthersteller haben Verantwortung und dürfen nicht derart foulen: "Im Namen der Fans und der betroffenen Menschen fordern wir Adidas und Nike auf, einen PFC-Ausstiegsplan festzulegen sowie Einsatz und Freisetzung aller gefährlichen Chemikalien in der Herstellung ihrer Produkte offenzulegen“, so Santen.“
Greenpeace, 25.01.2014 (Öffnet in einem neuen Tab) (Zugriff: 04.06.2014)
„"Adidas verwendet für die Textilherstellung in China und Indonesien nach wie vor teilweise hormonell wirksame oder krebserzeugende Substanzen, die sich bereits rund um den Globus wiederfinden. Diese per- und polyfluorierten Chemikalien haben in der Textilproduktion nichts zu suchen", sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace.
In dem von Greenpeace in der vergangenen Woche veröffentlichten Test von Kinderkleidung hat auch Adidas schlecht abgeschnitten: In einem Mädchenbadeanzug aus China fand sich eine hohe Konzentration von Perfluoroctansäure (PFOA). In Kinderschuhen aus Indonesien fand Greenpeace Rückstände von Perfluoroctansulfonat (PFOS). Beide Schadstoffe gehören zur Gruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien PFC.
Das Tragen der Kleidung ist nicht unmittelbar gesundheitsschädlich. Aber vor allem in den Herstellungsländern reichern sich die verwendeten Chemikalien in der Umwelt an und gelangen über die Nahrungskette in den menschlichen Körper. PFC sind extrem langlebig, können Immunsystem sowie Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen sowie Krebs führen. PFC finden sich bereits in der Arktis und Antarktis. (…)“.